Spielerreportagen

Spielerreportagen

Der Eine oder die Andere, jene, die Glücksspielsucht nicht am eigenen Leibe, das heißt als SpielerIn oder als Angehörige/r, er-, durch- und überlebt haben, werden einige der nachfolgenden Texte als brutal, als zynisch empfinden.
Ich bin nicht brutal. Ich bin nicht zynisch. Ich berichte oftmals verfremdet, aber im Kern immer authentisch.

Tatsächlich:
Glücksspielsucht ist brutal und zynisch, denn Glücksspielsucht dringt brutal und zynisch in das Leben von Menschen ein. In das der Spieler. In das der Angehörigen. Glücksspielsucht verformt Menschen zu Tätern und zu Opfern. Oftmals in wechselnden Rollen. Es geht nicht darum, den „Opfer-Täter“ zu verurteilen oder freizusprechen, ihn positiv zu bestärken oder moralisch zu verdammen, sondern darum, dass ihm seine Realität bewusst wird. „Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein“, schrieb Brecht im „Lob der Dialektik“. Das realistische Erkennen seiner Lage ist die Voraussetzung zur Veränderung.

Einige der „Spieler-Reportagen” wurden als Text-Bausteine in der Spielerrevue „Spielend in die Abhängigkeit“, einer Collage aus Texten, Lieder und Szenen des Kulturkollektivs des Arbeitskreises gegen Spielsucht e.V. eingesetzt.

Die „Spieler-Reportagen“ wurden 1998 Preisträger des Literaturwettbewerbes des Westfälischen Literaturbüros, Unna.

Download